WET

Variabilität und Trends der Wasserhaushaltskomponenten in Benchmark-Einzugsgebieten des Tibet-Plateaus (WET)

 

 

 

Projektbeschreibung

Das Vorhaben WET zielt im Rahmen des BMBF F&E Verbundvorhaben "Tibet und Zentralasien: Monsun-Dynamik und Geoökosysteme (CAME)" auf die Entwicklung eines integrativen Modell- und MonitoringSystems (iMoMoS-WET), das die Kopplung von Klima und Wasserkreislauf unter expliziter Berücksichtigung der durch Relief und Landbedeckung geprägten Prozessdynamik in Benchmark-Einzugsgebieten des Tibetplateaus und angrenzenden Hochgebirgsräumen abbildet. Das System erfasst neben numerischen Modellen auch High-Tech-Monitoring-Technologien zur satellitenbasierten Fernerkundung der raumzeitlichen Verteilung aller relevanten atmosphärischen, hydrologischen und glaziologischen Größen.

Mit der ausgewählten Kombination unterschiedlicher wissenschaftlich-technischer Methoden wird es möglich, mit dem iMoMoS-WET Wasserhaushaltskomponenten (Niederschlag, potentielle und aktuelle Verdunstung, Schneeakkumulation und -schmelze, Gletscherschmelze, Abfluss- und Grundwasserneubildung) in ausgewählten Benchmark-Einzugsgebieten rückwirkend über einen Zeitraum einer Dekade flächendifferenziert und prozessorientiert zu modellieren und hinsichtlich ihrer Variabilität und Trends zu analysieren, so dass hierdurch ein Werkzeug für Echtzeit-Monitoring und weiterführende Sensitivitätsanalysen zur Verfügung steht.

Als Benchmark-Einzugsgebiete werden im Vorhaben WET hydrologische Systeme betrachtet, die einerseits charakteristische Struktureigenschaften für das Tibet-Plateau und daran angrenzende Hochgebirgsräume aufweisen, andererseits aufgrund bereits erfolgter Voruntersuchungen und der Verfügbarkeit entsprechender Daten sehr gut geeignet sind, ohne umfangreiche zusätzliche Geländeuntersuchungen modellhaft untersucht werden zu können. Neben dem Tibet-Plateau als Ganzes werden folgende sechs Untersuchungsregionen im Detail bearbeitet: Nam Co, Purogangri Ice Field,
Südost-Tibet (Linzhi), Qomolangma (Mt. Everest), Kailash, Muztagh Ata (siehe Abbildung unten). In jeder Detailregion werden ein bis zwei Benchmark-Einzugsgebiete unterschiedlicher Ausdehnung und Struktur ausgewählt, in welchen Gletscher, Seen und Flüsse sowie Feuchtgebiete vorkommen. Die räumliche Verteilung der ausgewählten Detailregionen orientiert sich daran, die Interaktion von Westwind- und Monsunzirkulation und daraus resultierende Unterschiede der Luftmasseneinflüsse auf die Wasserhaushaltskomponenten der WET-Benchmark-Einzugsgebiete mit dem iMoMoSWET untersuchen zu können.

Das iMoMoS-WET soll nach erfolgreicher Validierung in die Infrastruktur der ausgewählten Forschungseinrichtungen auf dem Tibet-Plateau und den angrenzenden Gebirgsräumen des Himalaya und des Pamir-Gebirges integriert werden, um diese zu innovativen multifunktionalen Langzeitobservatorien auszubauen. Hierzu wird der operationelle Betrieb des iMoMoS-WET für die Benchmark-Einzugsgebiete in den jeweiligen Detailregionen vorbereitet und die beteiligten regionalen Partner entsprechend geschult, sodass eine echtzeitnahe Fortführung der Modelle und des Monitoring möglich ist.