Forschungsprojekte zu GIS-KliSchee vor 2007

Unter dem Stichwort KliSchee (Klimavariabilität und Schneedecke) verfolgt das Lehr- und Forschungsgebiet Physische Geographie und Klimatologie Forschungsansätze zur Schneeklimatologie in den deutschen Mittelgebirgen. Im Zentrum stehen dabei die Auswirkungen von Klimavariabilität und globalem Klimatrend auf Schneedecke und damit den Wintersport und Wintertourismus in den Mittelgebirgen. Zielsetzung ist dabei die dynamischen Zusammenhänge zwischen winterlicher Schneedecke und steuernden Klimafaktoren zu untersuchen und Aussagen über mögliche Veränderungen der Schneedeckenhäufigkeit- und -dauer unter Berücksichtigung von Klimawandelszenarien zu treffen. Einen weiteren Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten bildet der voranschreitende Strukturwandel der wintersportlichen Nutzung in deutschen Mittelgebirgsräumen. Veränderten Nutzungsgewohnheiten des Raumes seitens der Wintersportler steht die sich in den letzten Jahren deutlich verändernde Schneedeckenperiode gegenüber. In jüngster Zeit versuchen immer kleinere Skigebiete in den deutschen Mittelgebirge ihren Standort durch künstliche Beschneiung zu sichern. In diesem Zusammenhang wird die potentielle Beschneibarkeit eines Raumes aus klimatologischer Sicht untersucht. Die Arbeiten beruhen auf statistischen Verfahren, und Einsatz von Messdaten des Deutschen Wetterdienstes und Methoden aus dem Bereich der Geographischen Informationsysteme und der Geostatistik. Dabei sind bisher insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt worden:


Statistische Analyse von Liftbetriebszeiten in Abhängigkeit von Klimaelementen am Beispiel des Südschwarzwaldes

  • Gegenstand der durchgeführten Untersuchung war die Abschätzung von standörtlichen Liftbetriebszeiten in Abhängigkeit der Witterungsbedingungen im Südschwarzwald.
  • Das Projekt leistete damit einen Ansatz, die Bedingungen für kommerziellen, alpinen Schneesport unter veränderten klimatischen Randbedingungen, also für den Betrieb von Skiliftanlagen unter veränderten klimatischen Randbedingungen für den Standort Südschwarzwald abzuschätzen.
  • Ausgangspunkt der Arbeit war eine Analyse des Istzustandes auf Basis von Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und von der Stiftung Sicherheit im Skisport zur Verfügung gestellter Liftbetriebsdaten.
  • Anhand der Klimadaten wurde die räumliche und zeitliche Variabilität der Schneedecke statistisch abgeleitet.
  • Der vorgestellte Ansatz charakterisiert die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Schneedecken sowie deren Mächtigkeit für ausgewählte Liftbetriebsstandorte anhand der Lufttemperatur mittels eines mathematischen Ansatzes, der auf einer logistischen Funktion basiert.
  • Methodisch baut die Studie auf die Untersuchung der Schneesicherheit und Beschneibarkeit von Wintersportgebieten in deutschen Mittelgebirgen auf.

Finanzierung durch die Stiftung Sicherheit im Skisport sowie das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg.


Klimaanalyse der Wintersportbedingungen unter Berücksichtigung veränderter klimatischer Rahmenbedingungen für den Standort Schierke, Harz

  • Gegenstand der durchgeführten Untersuchung war die statistische Analyse von Loipenbetriebstagen in Abhängigkeit von Klimaelementen (Lufttemperatur, Niederschlag und Schneehöhen) zur Abschätzung des Potentials für den Betrieb von Loipen- und Skiliftanlagen unter veränderten klimatischen Randbedingungen für den Standort Schierke am Brocken.
  • Ausgangspunkt der Arbeit war eine Analyse des Istzustandes auf Basis von Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und vom Kurbetrieb Schierke zur Verfügung gestellten Wetterdaten.
  • Auf Basis dieser Daten wurde eine Trendanalyse für Temperatur und Schneehöhen der Jahre 1971-2000 erstellt und diese Trends bis in das Jahr 2025 fortgesetzt.
  • Im abschließenden Schritt wurden die Ergebnisse auf den geplanten Loipenstandort in Schierke übertragen.
  • Methodisch baut die Studie auf die Untersuchung der Schneesicherheit und Beschneibarkeit von Wintersportgebieten in deutschen Mittelgebirgen auf.

Finanzierung durch die Stiftung Sicherheit im Skisport sowie das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg.


Klimatologische Analyse der Schneesicherheit und Beschneibarkeit von Wintersportgebieten in deutschen Mittelgebirgen

  • Zielsetzung des Projektes war, zeitliche Veränderungen in der Eignung deutscher Mittelgebirge für den Wintersport zu erkennen und aufzuzeigen.
  • Um das Wintersportpotential eines Raumes voll ausnutzen zu können, nimmt die technische Beschneiung von Skigebieten zur Sicherung der Saison einen immer wichtiger werdenden Stellenwert ein.
  • Dazu wurden die klimatologischen Rahmenbedingungen für die Beschneiung in ihrer räumlichen und zeitlichen Verteilung betrachtet.
  • Die erstellten räumlichen Abschätzungen des Istzustandes und der Progosen zeigen somit die potentielle Beschneibarkeit als Anzahl der Tage pro Saison, in denen im Mittel die klimatischen Voraussetzungen zur Erzeugung technischen Schnees gegeben sind.

Finanzierung durch die Stiftung Sicherheit im Skisport sowie das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg.


Bestimmung von natürlicher Schneedecke und Beschneiungspotential in Baden-Württemberg

  • Zielsetzung dieses Projektes war die Eignung von Gebieten innerhalb Baden-Württembergs für den Wintersport in einem mesoskaligen Bereich auszuweisen und den wahrscheinlichen Einfluss von Klimawandel bis zum Jahre 2025 abzuschätzen.
  • Dieses Teilprojekt ist abgeschlossen.

Finanzierung durch die Stiftung Sicherheit im Skisport sowie das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg.


Deutscher Nationalatlas

  • Für die Doppelseite "die Schneedecke in Deutschland" des Deutschen Nationalatlas, Band 3, Klima, Pflanzen- und Tierwelt, S. 48-49, wurde eine kurze Einführung in die Entstehung der winterlichen Schneedecke gegeben und anhand einer großformatigen Karte die Verteilung und Andauer der Schneedecke dargestellt.
  • Zusätzlich wurden von ausgewählten Messstationen Verlaufsgraphiken in die Kartendarstellung integriert, die Informationen über die zeitliche Variabilität der Schneedecke geben.
  • Im Textteil erfährt der Leser in einfachen Worten wichtige klimatologische Zusammenhänge über die Bildungsbedingungen von Schnee in der Atmosphäre, sowie über den Aufbau und die Alterung einer Schneedecke.
  • Ein zweiter Abschnitt schneidet kurz die Problematik an, die sich aus der rückläufigen Entwicklung der Schneedeckenandauer und der Nutzung der Schneedecke durch den Wintersporttourismus ergibt.


Skilift Haldenköpfle

  • Am Beispiel des Skiliftes Haldenköpfle am Schauinsland im Südschwarzwald wurden im Zuge einer Intensivmesskampagne exemplarisch die mikroklimatolgischen Bedingungen für die Beschneibarkeit einer Skipiste im Mittelgebirge erfasst und untersucht (2001-2002).
  • Dabei ging es zum einen um die atmosphärischen Bedingungen für die Beschneiung an sich und zum anderen um das Abtauverhalten der präparierten Skipiste im Vergleich zu einer natürlichen Schneedecke.
  • Darüber hinaus ergeben sich aus dieser Detailstudie Aufschlüsse über die innere Struktur und Physiognomie einer derart künstlich erzeugten Schneedecke.
  • Ziel der Studie war es, einfache Parametrisierungen für Beschneibarkeit und Abtauverhalten in Abhängigkeit von einfach zu messenden Klimaelementen für Standorte im Mittelgebirge abzuleiten.
  • Ein statistisches Modell wurde im Rahmen einer Magisterarbeit erarbeitet.
  • In diesem Projekt wurden die Mittelgebirgsräume in Deutschland, die für den Wintersport genutzt werden, und der Alpensaum im Hinblick auf Schneedecke und Skisporteignung klimageographisch vergleichend untersucht.
  • Auch die Auswirkungen möglichen Klimawandels bis zum Jahre 2025 wurden beleuchtet.
  • Das Verfahren entspricht dem Ansatz, der für die Schneesportanalyse in Baden-Württemberg gewählt wurde.

Finanzierung durch die Stiftung Sicherheit im Skisport sowie das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg.