LEONARDO-Modul: Nachhaltigkeit in Mensch-Umwelt-Systemen: Integrales Training für Zukunftskompetenzen

Christoph Schneider

WS 2011/12

Das Leonardo-Modul „Nachhaltigkeit in Mensch-Umwelt-Systemen: Integrales Training für Zukunftskompetenzen“ möchte Sie zu dem Experiment einladen Ihren Blick auf sich selbst und auf die Welt um eine integrale Perspektive zu erweitern.

Eine nachhaltige Lebensweise erfordert im Kern Kompetenzen, die es dem Einzelnen ermöglichen sich in allen Bezügen zu Mitmenschen und zur Umwelt so zu positionieren, dass langfristig der Erhalt sozialer Bezüge und ökologischer und materieller Bedingungen gesichert bleibt. Dazu möchten wir verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeit gemeinsam mit Referentinnen von außerhalb herausarbeiten und sehr praktisch mit Ihnen erproben und einüben.

Termine: Das Leonardo-Modul findet in drei Blöcken an Wochenenden und zwei Einzelterminen im November und Dezember 2011 statt:

Freitag, 11.11.2011 (ca. 10 Uhr bis 18 Uhr) und Samstag, 12.11.2011 (ca. 10 bis 18 Uhr), insgesamt 16 Einheiten

Freitag, 25.11.2011 (ca. 10 Uhr bis 18 Uhr) und Samstag, 26.11.2011 (ca. 10 Uhr bis 18 Uhr), insgesamt 16 Einheiten

Freitag, 02.12.2011 (ca. 14 Uhr bis 18 Uhr) und Samstag, 03.12.2011 (ca. 10 Uhr bis 14 Uhr), insgesamt 8 Einheiten

Alle Seminartermine finden im Bergbaugebäude, Wüllnerstraße 2, im Raum BE318, 3. OG, statt.

Zusätzlich sind folgende Einzeltermine integraler Bestandteil des Kursprogramms:

  •  RWTH Wissenschaftsnacht am Freitag, 11.11.2011, ca. 20 Uhr bis 22 Uhr: Vortrag von Christoph Schneider und Rafaela Hillerbrand („Perspektivenwechsel: Die Global Challenges Klimawandel und Energiewende aus integraler Sicht“) und anschließend die Integral Roadshow mit Martin Bruders und Axel Perincherry (2 Einheiten)
  • Vortrag bei RWTHextern im SuperC am Dienstag, 29.11.2011, 18 Uhr bis 20 Uhr: öffentlicher Abendvortrag und Geographisches Kolloquium von Kristina Jacoby und Thomas Hübl („Nachhaltige Entwicklung und Bewusstseinsevolution“) (2 Einheiten).

Von den Kursteilnehmern wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Beteiligung erwartet. Fehlzeiten sind nur bis zum Umfang von zwei Zeitstunden tolerierbar, sofern keine ernsthafte Erkrankung Sie hindert.

Teilnehmer/innen Das Leonardo-Modul ist für Studierende aller Fakultäten ohne jede Voraussetzung offen. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt. Fünf Plätze sind für Doktorand/inn/en und Mitarbeiter/innen der RWTH Aachen reserviert.

Kontaktzeit: ca. 44 Kontaktstunden à 45 Minuten, ca. 3 SWS 

Eigenarbeit: verschiedene Aufgaben im Umfang von entweder ca. 2 Arbeitstagen (15 Stunden, dann 2 CP) oder ca. 7 Arbeitstagen (45 Stunden, dann 3 CP) sind individuell möglich (Protokolle, Impulsreferate, Essays, Literaturexzerpte).

Leistungserfüllung: In diesem Modul können Sie 2 oder 3 CP, individuell vereinbar, erwerben. Die Anwesenheit im Kurs umfasst 44 contact hours. Zusätzlich vertiefen Sie einen Aspekt in Form einer schriftlichen Hausarbeit als Protokoll, Literaturexcerpt, Essay, oder dergleichen. Wenn Sie 3 CP statt 2 CP für die Teilnahme an diesem Leonardo-Modul erhalten möchten wird eine entsprechend umfangreichere schriftliche Aufgabe vereinbart. Die Aufgaben werden im Laufe des Kurses individuell entsprechend Ihrer persönlicher Neigungen vereinbart. Die Bearbeitungszeit ist nach dem Kurs im WS 2011/2012 (letzter Abgabetermin am Ende der Vorlesungszeit). 

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über die Webseite von Leonardo unter (wird noch eingestellt). Interessierte Doktorand/inn/en und RWTH-Mitarbeiter melden sich bitte bei Prof. Schneider per Email. Die Anmledung im L2P-Raum gilt nicht als Anmeldung zu diesem Leonardo-Modul!

 

Aus dem Inhalt

Erstes Wochenende:

Interpersonelle Kommunikation und ihre Entwicklungsmöglichkeiten

(Susanne Ahlendorf, Frankfurt, Andrea Lohmann, Münster und Silke Weiß, Frankfurt, Berlin)

In unserer zwischenmenschlichen Kommunikation zeigen sich viele Perspektiven der Bewusstseinsentwicklung. Wie können wir in unseren alltäglichen Interaktionen die intra- und interpersonelle Kommunikation als kreative Quelle nutzen? Haben wir den Mut, unsere Konstrukte und Konditionierungen zu hinterfragen und der eigenen inneren Führung wieder mehr zu vertrauen?

Wir werden mit aufeinander aufbauenden praktischen Übungseinheiten aus der 'Transparenten Kommunikation' und der 'Gewaltfreien Kommunikation' die Möglichkeiten dieser Kompetenzbildung erlebbar verdeutlichen und konkrete Schritte für ein nachhaltiges Miteinander finden.

Zweites Wochenende:

Nachhaltige Entwicklung und Bewusstseinsentwicklung

(Dr. Kristina Jacoby, Berlin)

Was bedeutet es in globaler und generationenübergreifenden Gerechtigkeit zu leben? Was müssen wir dazu können und reicht unser momentanes, durchschnittliches Bewusstsein für diese Herausforderung aus? Mit diesen Fragen werden wir uns in diesem Seminarabschnitt befassen. Wir werden eine Sichtweise erlernen die immer mehrere Perspektiven beinhaltet und somit bestimmte Aspekte bewusster in Erscheinung treten lässt und wir werden eine Art der Kommunikation anwenden, die uns zu einer bewussteren Auseinandersetzung unseres Beitrages zur globalen und generationenübergreifenden Gerechtigkeit führt.

Nachhaltigkeit im Umgang mit persönlichen Ressourcen

(Dipl.-Soz. Heidi Wohlhüter, RWTH Aachen)

Eine Reise vom ICH zum WIR; mit unserer Geschichte im Gepäck im Jetzt in eine nachhaltiges Morgen. Wir befinden uns im Dialog mit dem Leben. In einem beständigen Rhythmus aus Aktivität und Ruhe antworten wir mit unserem Handeln auf die Lebensbedingungen, die wir in uns selbst und um uns herum vorfinden. Unter Berücksichtigung der ganz unterschiedlichen psychosozialen, körperlichen und geistigen Realität beleuchten wir die Ausgestaltung unseres Lebens. Mit Bezug auf das Life-Balance-Modell erkunden wir unseren ganz persönlichen Umgang mit Ressourcen, mit Zeit und Energie und stellen uns die Frage nach dem Sinn. Wir erforschen unsere Strategien und gelernten Mechanismen und erkennen unsere „inneren“ Stressoren, wenn das Leben uns fordert mit Konflikten und neuen Erfahrungen. Durch Schulung von Achtsamkeit, eine nicht-wertende Form der Aufmerksamkeit, die auf das augenblickliche Erleben gerichtet ist, erhalten wir Zugang zu den verborgenen Anschauungen, die unser Handeln steuern. Wir lernen auf unseren Körper zu hören und seine Sprache zu übersetzen und nähern uns unserer Intuition. In der Achtsamkeit drückt sich das grundlegende Vertrauen in die Integrität und die Selbstorganisation des Lebens aus. Wir entwickeln konkrete Lösungen für persönliche Themen erkunden unsere innere Ausrichtung und wollen dem (gemeinsamen) Leben Richtung geben.

Drittes Wochenende:

Integrale Theorie, Modul für Systemverständnis

(Marie-Rose Fritz und Martin Bruders)

Wer eine gute Landkarte besitzt, findet sich leichter in fremdem Land zurecht. Die vom US-amerikanischen Philosophen Ken Wilber entwickelte Bewusstseinslandkarte AQAL hat den Anspruch Ordnung zu bringen in den Dschungel und riesigen Schatz menschlicher Erkenntnis-, Erfahrungs- und Handlungswege. Integrale Lebens­philosophie und Lebenspraxis hilft all jenen weiter, die wissen und erfahren möchten, wann, wie, wo und weshalb, welcher Weg sich am besten eignet um mit den Herausforderungen des Lebens auf nachhaltige Art und Weise liebevoller, verständ­nisvoller und fürsorglicher umzugehen und so die Entwicklung menschlicher Kultur aktiv und verantwortlich mitgestalten zu können. Es werden praktische Übungen zum individuellen Bewusstseinsschwerpunkt, zum achtsamen Umgang mit Bewusstseins­zuständen sowie zur Entwicklung der Fähigkeit unterschiedliche Perspektiven ein­zunehmen, integriert.

Sie haben noch weitere Fragen zu diesem Leonardo-Modul? Bitte wenden Sie sich an Prof. Schneider in der Sprechstunde oder per Email.